ALEXANDRINER
ein alexandriner ist ein antithetisch aufgebauter vers. er hat zwölf (gelegentlich 13) silben, wobei sich unbetont - betonte silben abwechseln (es beginnt unbetont). nach 6 silben sitzt klassischerweise die zäsur. daher die antithetische struktur.
die Sonne leuchtet hell
der Mond, die Sterne dunkel
die Bäume, Pflanzen grün
die Häuser, Städte grau
Vergehn am Fenstergriff
was solls der Schlüssel fehlt.
Im Wortgefecht verlorn,
verstrickt im Takt der Laute.
Im halben Stunden Takt
Getränk und dann aufs Klo.
der aufgestaute Schmotz
ist irgendwann zu groß
du kannst nicht immer nur
so tun als ob du bloß
zum Kaffee trinken gehst
und hinterher die losen
und ungeordneten
Gedanken einfach so
in Luft auflösen kannst
der eine geht nach links, die and're geht nach rechts
antarktisch kalt ein Blick, kein Lächeln und kein Wort
In China isst man Hunde, und Hunde jagen Hühner
dort draußen herrscht ein Wahn, den keiner greifen kann
Das Fensterglas zerbrach, als wollt es dem nicht lauschen
was in dem Raum geschah: Konzert und noch mehr Rauschen.
Oh Nektar schwarz und heiß, der aller neuen Tage
frohn Anbeginn verheißt und munter spendet mir
die Kraft zu lösen heut des Schreibens große Frage
Ein Baum im Wald bestimmt des Läufers engen Pfad.
Der schwarze Tag er geht
die helle Nacht sie kommt
Am Morgen steht die Zeit
zum Abend fliegt sie weg
Am Ende stimmt die Uhr
und geht kein bißchen nach.
der supermarkt steht still
nur rex bepocht asphalt
gemolken wird die Kuh
unfähig mein gemache
die boote fuhren heut auf's offene meer hinaus.
da zog ein sturm herauf, der sie erzittern ließ.
die fischer holten flugs die segel wieder ein
und fuhr'n zurück zum strand, wo ihre häuser stehn.
Da keine durstge Stimm
dawider halt und bricht
man keine Trauer find
Gesicht zu Angesicht