GOTTFRIED WILHELM LEIBNIZ
Gottfried war einer der letzten Universalgelehrten Europas und lieferte Grundlagenarbeiten zu Analysis und Logik, nichtsdestotrotz litt er sehr unter seinem sächsischem Akzent und auch er starb vereinsamt und bettelarm.
Gottfried wurde am 1.Juli 1646 in Leipzig geboren und zwar als Sohn eines Juraprofessors
und einer Professorentochter. Zwar wurde er mit sechs Jahren Waise doch die ausgedehnte
Bibliothek seines Vaters scheint ihn getröstet und abgelenkt zu haben denn
mit acht Jahren hatte er sich die lateinische Sprache mit Hilfe eines illustrierten
Buches selbst beigebracht und schrieb sich mit 15 Jahren in die Universität
von Leipzig ein. Nachdem er in Leipzig mit philosophischen Studien begonnen hat,
wechselte er nach Jena um dort ein wenig Mathematik und Physik zu studieren. Abschließend
hätte er gern noch seinen Doktor in Jura in Leipzig erlangt aber die Professoren
empfanden ihn wohl mit zwanzig als zu jung für den Doktorgrad. Also wechselte
er an die Universität von Altdorf und promovierte dort.
Nachdem er die akademische Welt von seinen Fähigkeiten überzeugt hatte
boten sie ihm ein gut dotierte Stelle an,doch er lehnte ab und trat 1672 in den
Dienst des Mainzer Erzbischof. So wurde er dann nach Paris geschickt um den Sonnenkönig
Ludwig XIV von Eroberungskriegen in Europa abzulenken indem ihn für er eine
Art Kreuzzug gegen Ägypten begeistern sollte. Die Mission scheiterte und
Ludwig marschierte noch im selben Jahr in Holland ein, doch die Idee blieb lebendig
und so marschierte dann 1798 halt Napoleon in Ägypten ein. Und hier beweist
sich einmal wieder das Scheitern auch eine Chance sein kann, denn aus den Ruinen
der diplomatischen Betätigung erhob sich eine neue mathematische Theorie.
Die Infinitesimalrechung beschäftigt sich mit dem Verhalten von Funktionen
auf winzigen(infinitesimal kleinen) Gebieten und ist letztendlich die Basis der
mathematischen Fachrichtung Analysis. Böse Zungen behaupteten zwar damals
das ein gewisser Engländer mit Namen Isaac Newton hätte die Infinitesimalrechnung
vor ihm erfunden was natürlich von den kontinentalen Mathematikern schroff
zurückgewiesen wurde aber die Beziehung zwischen den beiden Mathematikergruppen
nachhaltig belastete. Heute sind sich Historiker einig das beide sie wohl unabhängig
voneinander zur gleichen Zeit entwickelt haben.
In den nächsten Jahren reiste er durch Europa um hier und dort ein Batzen
von seinen Ideen abzuladen. Hier ein paar Reisedaten:
- 1673 präsentiert er in London seine Rechenmaschine für die vier Grundrechenarten
- 1676 durchforstet er die Bibliothek von Hannover und schreibt eine vielbeachtete
Geschichte des Welfenhauses
- 1700 wird die Preußische Akademie der Wissenschaften auf seine Anregung
hin gegründet
Unterwegs fertigt er noch schnell ein paar Pläne für ein Unterseeboot,
div. Türschlösser und ein Windgeschwindigkeitsmessgerät an.
Doch Leibniz beschäftigte sich ,wie es sich für einen Universalgelehrten
seiner Zeit gehörte, auch mit Theologie(Theodize), Logik(Logikkalkül),Psychologie(Existenz
eines Unterbewussten) und natürlich Philosophie. Er war davon überzeugt
das unser Geist aus Monaden(gewissermaßen spirituelle Atome) zusammensetzt
ist. Diese Monaden sind, obwohl sie selbst keine Materie sind, wie Materie überall
verteilt bzw durchdringen die Welt. Durch die von der Urmonade (aka Gott) installierte
(prästabilisierte)Harmonie finden sich diese Monaden zu entwicklungsfähigen
Strukturen zusammen die unser Bewusstsein formen. Auf Gedanken des chinesischen
Yijing Orakels und der pytagoräischen Zahlenmysik basierend entwickelt er
sein eigenes metaphysisches-Zahlensystem inklusive einer Denkarithmetik. In diesem
System repräsentiert 1 Gott und 0 das Nichts. Konsequenterweise entwickelte
er dazu ein logische Symbolsprache ('matesis universalis') die zusammen mit der
Binärdarstellung von Zahlen die Grundlagen der moderne Computertechnik liefert.
Insbesondere seine Gedanken über die ideale Sprache haben spätere Philosophen
wie Russel und Wittgenstein beeinflusst.
Sein Leben klingt jetzt zwar als wäre er von einem Erfolg zum nächsten
geeilt aber ganz so rosig soll es dann doch nicht gewesen sein, denn Gottfried
litt an Minderwertigkeitskomplexen. Sein Selbstbewusstsein litt unter seinem starken
sächsischen Akzent, einem deutlichen Sprachfehler und einem unvorteilhaftem
Körperbau. Deshalb schaffte er es wohl nicht in den richtigen Momenten die
Klappe auf zumachen und seine Ideen in bare Münze zu verwandeln, so das er
nachdem ihn die Gicht seine letzten Jahre fies zu schaffen machte, 1716 bettelarm
starb. Da er am Ende auch noch in Ungnade gefallen war wurde, trotz zahlreiche
Korrespondenzen, sein Sarg nur von seinem Sekretär begleitet und er wie ein
Hund verscharrt.