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TEURES PAPIER

Der Kopierapparat am Institut fuer Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft ist selten funktionsbereit. Oft ist der Toner alle und ein Bibliothekar muss die Partone auswechseln. Diese Tonerpartonen sind sehr gross und in einer Verpackung verschweisst. Wenn der Bibliothekar es geschafft hat, die schwere Patrone bis zum Kopierraum am Ende des Ganges zu tragen muss er meist noch einmal zuruecklaufen um eine Schere zu holen. Die leere Patrone und die Verpackung landen dann im Papierkorb gleich rechts neben der Tuer.
Wenn der Toner gerade nicht alle ist, findet sich meist eine lange Schlange von Literaturstudierenden, die jeweils nur ein paar Blaetter kopieren wollen, aber lange warten muessen, weil am Anfang der Schlange ein Literaturstudent eine lange Passage aus einem dicken Buch kopiert. Nach jeder Kopie blaettert er die Seite um, um die naechste zu kopieren.
Eine Kopie kostet 5 Cent. Das macht 1 Euro pro 20 Seiten. Ab 140 Seiten lohnt es sich manchmal, das Buch neu zu kaufen. Mit etwas Glueck entdeckt man das gesuchte Buch zufaellig in einem der kleinen Antiquariate und spart sogar noch Geld.
Literaturstudierende sind meist duenn und ausgezehrt, weil sie ihr Geld fuer Kopien ausgeben und ihre Zeit mit dem warten am Kopierer oder dem besuchen von kleinen Antiquariaten verbringen.
Am Ende des Semesters merken sie, dass sie nicht genug Zeit hatten, alle Texte zu lesen. Die leeren Rueckseiten werden dann als Schmierpapier benutzt, oder um Texte ueber teures Papier zu schreiben.