VERDORBENE MILCH
An jenem Dienstagmorgen begann die 52-jährige kroatische Fabrikarbeiterin Elena, wie jeden Tag pünktlich um 6:10 Uhr, die vom Band laufenden, bereits bedruckten weißen Tetrapacks in 10er-Kartons einzusortieren.
Elena, die wir ihre Kolleginnen wenig deutsch konnte, hatte sich nie brennend dafür interessiert, was eigentlich auf den Tetra-Packs stand, aber heute hielt sie kurz inne und nahm ein einzelnes vom Band.
"Antioxidationsmittel" - die russische Übersetzung erriet Elene
problemlos, aber was, in Gottes Namen, konnte in Milch rosten?
Elena zerbrach sich den Kopf darüber, vermutlich, so dachte sie, Uranoxide.
Wenn sie wirklich mit Unranoxiden vergiftet war, würde Elenas Heilung sehr
schwierig werden.
Elene hatte gehört, dass Unranoxid eine lange Halbwertszeit hat uund bekam
deswegen große Angst.
Zwar war die Uranoxidschatulle eher klein und leicht, aber Elena würde
schon einen Käufer finden, notfalls Terroristen.
Und wie es sich fügt, löste sich alles in Wohlgefallen auf, den nur
Elena kennt; der Kontakt brach aber nach dem ersten Verhandlungsgespräch
mit den Terroristen ab.